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Worum geht's beim Clickertraining?


Im ersten Schritt machen wir unseren Hund mit einem sogenannten "konditionierten Bestärker" vertraut.
Er wird lernen, dass ein bestimmtes Geräusch eine Belohnung ankündigt. Dieser konditionierte Bestärker
ermöglicht uns, Verhalten unseres Hundes sehr viel präziser und punktgenauer belohnen zu können.

  • Wir bestärken Verhalten. Verhalten, das uns gefällt, das wir trainieren möchten von dem wir uns wünschen,
    dass es unser Hund öfter zeigt, in vielen Fällen werden wir es mit einem Hör- oder Sichtzeichen verknüpfen, dem "Kommando".
  • Unerwünschtes Verhalten wird von uns zunächst weitgehend ignoriert, wo immer das möglich ist. Wir werden es
    nicht "bestrafen", lediglich nicht bestärken, in manchen Fällen auch einfach verhindern.
  • Wir nehmen uns zunächst sehr zurück beim Training, lassen das Tier durch Versuch und Irrtum erfolgreiches Verhalten selbstständig herausfinden, ohne allzu viele Hinweise oder Hilfen von uns zu erhalten.
  • Wir formen das Verhalten in kleinen Schritten bis zur gewünschten Perfektion, führen Ablenkungen und wechselnde Umgebung allmählich ein.
  • Bis hierhin ist unser Hund der agierende Part, wir reagieren lediglich, indem wir das Verhalten bestärken oder nicht (gelegentlich auch hemmen oder verhindern). Zeigt unser Hund das erwünschte Verhalten häufig und so, wie es uns gefällt, können wir ein Hör- oder Sichtzeichen, also das "Kommando" dafür einführen. Nun ändert sich auch die Rollenverteilung, nun sind wir die Agierenden, wir geben die Signale und fordern unseren Hund auf, in gewünschter Weise zu reagieren. Ab nun unterscheidet sich unser Training kaum noch vom "herkömmlichen Training" wir trainieren
    das Verhalten, festigen es und werden schließlich variabel, später nur noch ab und zu belohnen.
  • Von nun an werden wir, wie jeder andere Trainer auch, großen Wert auf die Ausführung des, von uns gewünschten Verhaltens legen.

Quelle: www.clicker.de

 

Erste Schritte?

Aller Anfang ist schwer...

... außer beim Clickertraining!!!

Hier die ersten Schritte:

1. Konditionieren auf den Clicker:

    • Übe in einer reizarmen Umgebung!
    • Übe nur wenn du und dein Hund richtig Lust dazu hast!
    • Während der ganzen Übungseinheit sprichst du nicht mit deinem Hund und berührst ihn auch nicht! (Clickertraining ist zu Beginn absolut nonverbal!)
    • Denn du sollst lernen dich auf das Wesentliche, das Beobachten, zu konzentrieren und deinen Hund nicht durch Stimme oder Körper zu beeinflussen.
    • Nimm den Clicker in die Hand und stelle eine Schüssel mit den Leckerli auf den Tisch.
    • Jetzt clickst du einmal und gibst dem Hund ein Leckerli.
    • WICHTIG: Nachdem du geclickt hast hältst du ganz kurz inne bevor du dem Hund das Leckerli gibst. Ansonsten überlagerst du das Signal des Clickers mit deiner Handbewegung.
    • Aber Achtung: Ist zuviel Pause zwischen „Click-Hören“ und „Leckerli-Bekommen“, verknüpft der Hund es nicht mehr.
       
  • Jetzt machst du immer Click & Futter, Click & Futter, etc., wechsle immer mal wieder die Hand in der du den Clicker hälst. Vergesse das kurze Innehalten zwischen Click & Futter nicht.
  • Das übst du im Idealfall 2-3 Mal am Tag, aber immer nur ca. 5-10 Minuten.
  • Am Ende mancher, besonders tollen, Übungseinheit steht der „Jackpot" , das sollte ein noch tolleres Leckerli sein (z.B. getrockneter Pansen oder etwas ähnliches) bei dem du nicht geizig sein solltest was die Menge angeht. Diesen Jackpot bekommt der Hund für eine ganz besonders tolle Übung, (oder zum Motivationserhalt) z.B. wenn er genau das Verhalten zeigt was du willst.
     
  • Wenn der Hund konditioniert ist beginne mit der nächsten Übung!
  • Ob er konditioniert ist erkennst du an seiner Reaktion auf den Click, schaut er erwartungsvoll und weiß er, dass jetzt die Belohnung folgt, dann ist er soweit!
  • Wenn du unsicher bist clicke ein einziges Mal wenn der Hund irgendwo läuft und z.B. schnüffelt, kommt er zu dir und „erwartet“ ein Leckerli dann weiß er, dass dieses Geräusch bedeutet, dass er eine Belohnung bekommt.

2. Einführen einer ersten Übung

Nachdem der Hund auf den Clicker konditioniert ist kannst du mit der ersten Übung beginnen, am besten mit etwas sehr leichtem. Bewährt hat sich da, um den Effekt des „Hey Frauchen/Herrchen click doch mal ich will ein Leckerli!“ zu verstärken, folgende Übung:

  • Nimm wieder eine Schüssel mit Leckerli und in die Hand den Clicker.
  • Jetzt clickst du aber nur wenn der Hund (auch zufällig) mit der Nase an die Hand mit dem Clicker stupst, dann bekommt er wieder nach kurzem Innehalten das Leckerli.
  • Das wiederholst du einige Male und wechselst auch hier zwischendurch die Hand mit dem Clicker.
  • Stupst der Hund zuverlässig an die Hand mit dem Clicker (Vorsicht bei geräuschempfindlichen Hunden!!!) so hat er verstanden was du von ihm willst.
  • Jetzt kannst du das Futter auch ruhig einmal ganz woanders hinstellen, auch weiter weg. So wird die Zeitspanne zwischen Click und Futter noch etwas größer.
  • Übe das in verschiedenen Umgebungen bevor du einen Schritt weitergehst.
  • Der Hund soll sich bewusst von der Schüssel mit dem Leckerli abwenden und dich durch Anstupsen an den Clicker dazuzubringen zu clicken und ein Leckerli „auszuspucken“
     

3. „Look“ Übung

Auch diese Übung hat sich bewährt beim Einführen des Clickers, denn hier soll sich der Hund bewusst vom Clicker weg zu dir wenden und dich durch Anschauen zum clicken bringen.

  • Bei dieser Übung bekommt der Hund nur einen Click & Futter wenn er dich anschaut, das kann am Anfang ruhig auch nur ein ganz kurzes Hochschauen sein!
  • Die weiteren Male bekommt er nur Click & Futter wenn er dich immer länger ansieht. (hier hast du nun das erste Mal „Shaping“ angewendet, aber dazu gleich mehr.)
    >>> So vergrößerst du das Zeitfenster (= Länge des Verhaltens).

An dieser Stelle ist es möglich ein Kommando einzuführen.

4. Kommando einführen
Beim Clickertraining wird nicht wie bisher üblich der Hund irgendwie dazu gebracht z.B. Sitz zu machen und dabei auch noch mit dem Kommando genötigt sondern wir versuchen erst über positive Bestärkung das Verhalten herbeizuführen. Wenn dieses dann zuverlässig gezeigt wird ist es an der Zeit ein Kommando oder Signal einzuführen.

  • Also noch mal:
    1. Hund wird mit Shaping zum gewünschten Verhalten geführt
    2. Hund zeigt gewünschtes Verhalten in verschiedenen Situationen
    3. Verhalten wird mit Kommando belegt
  • Beispiel „Sitz“:
  • Euer Hund zeigt in verschiedenen Situationen zuverlässig das Verhalten (hier:Sitz), dann könnt ihr wie folgt vorgehen:
  • Hund bietet „Sitz“ an
  • Kommando „Sitz“
  • Kurz innehalten Click & Futter

Gewünschtes Verhalten > Kommando > Click > Futter

Zeigt er auch weiterhin das Verhalten zuverlässig so könnt ihr das Kommando festigen indem ihr jetzt nur noch cklickt wenn ihr das entsprechende Kommando gegeben habt. Für jedes angebotene Verhalten ohne Kommando bekommt er einfach keinen Click.

VORSICHT bei sensiblen, motivationsschwachen Hunden, hier kann fehlender Click demotivieren!

5. „Shaping“ oder ein Verhalten „formen“

„Shaping“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Formen“.

Beim „Shapen“ geht es darum ein Verhalten so zu formen bis es unseren Ansprüchen genügt und/oder die individuellen Grenzen des Hundes erreicht sind.

Das bedeutet das zu Beginn auch nur der Ansatz des gewünschten Verhaltens belohnt wird, durch die Belohnung verstärken wir das gezeigte Verhalten. Somit erreichen wir in kleinen Schritten unser Ziel.

  • Lernziel: 
  • Ein vorhandenes Verhalten(Ansatzverhalten) soll verändert/verbessert werden.
     
  • Einzelschritte:
  • Du bestärkst das Ansatzverhalten einige Male mit Click & Futter. Es muss sicher auftreten.
  • Dein Hund führt das Ansatzverhalten wieder aus, jedoch tust du diesmal nichts! Kein Click & Futter! Dein Hund wird es erneut versuchen, wieder nichts.
  • Noch ein Versuch folgt aber ein wenig verändert. Die Änderung gefiel dir? > Click & Futter !!!
  • Und jetzt wird diese Ausführung einige Male bestärkt. Dein Hund muss nämlich weitermachen wollen, wenn du für die nächste Veränderung das Click & Futter aussetzen wirst.
  • Du forderst die nächste Änderung, indem du für die bisherige Form nichts mehr gibst.
  • So formst du immer mehr das gewünschte Endverhalten. Hund dabei genau beobachten, Frustrationsgrenze nicht überschreiten= demotivierend. Clickfrequenz muss sehr hoch bleiben.
  • Verhaltensketten bilden.
  • (um unabhängiger vom Click und der hohen Belohnungsrate arbeiten zu lernen)
  • Über variable Bestärkung (siehe „Bestärken- Belohnen mit System“)
  • Unabhängigkeit vom Clicker erlangen.
  • WICHTIG:
    • Beim Shaping immer mit der Immerbestärkung arbeiten (d.h. für jedes richtige Verhalten gibt es Click & Futter).
    • Endverhalten in winzige Lernschritte aufspalten, so lernt dein Hund am schnellsten.
    • Bei einer Veränderung des Verhaltens in eine ungewünschte Richtung direkt einen Lernschritt zurück gehen.

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